Mercedes OM604

Mercedes OM604 Dieselmotor: Technische Daten, Zuverlässigkeit und Probleme

Der Mercedes-Benz OM604 ist ein Vierzylinder-Saugdiesel mit 16-Ventil-Zylinderkopf, kettengetriebenen obenliegenden Nockenwellen und elektronisch geregelter Lucas-EPIC-Einspritzung. Er kam in ausgewählten Dieselmodellen der C-Klasse (W202/S202) und E-Klasse (W210) zum Einsatz. Angeboten wurden der OM604 D20 mit 1.997 cm³ und der OM604 D22 mit 2.155 cm³ Hubraum.

Für Diagnose und Ersatzteilwahl ist die Abgrenzung zu späteren Mercedes-CDI-Dieseln entscheidend: Der OM604 arbeitet mit indirekter Vorkammereinspritzung und einer elektronisch geregelten Lucas-Verteilereinspritzpumpe. Die hier behandelten Pkw-Versionen besitzen weder Common-Rail-Einspritzung noch Turbolader. Bei Zuordnung von Fahrzeugen, Werkstattunterlagen und Produktionsänderungen ist die genaue Endung .910, .912, .915 oder .917 zu beachten.

Motorprofil

Mercedes-Benz OM604

Motorvarianten604.910 / .912 / .915 / .917
Hubraumvarianten1.997 cm³ und 2.155 cm³
BauartVierzylinder-Reihendiesel
AufladungSaugmotor
FahrzeugmodelleC-Klasse W202/S202; E-Klasse W210

OM604: Technische Daten des D20 und D22

Mercedes-Benz gibt für D20 und D22 unterschiedliche Bohrungs- und Hubmaße an. Der D20 ist also nicht lediglich eine elektronisch gedrosselte Ausführung des D22. Die folgenden Leistungs- und Drehmomentangaben gelten für die regulären Pkw-Ausführungen und sind keine pauschale Leistungsspanne der Motorfamilie.

Merkmal OM604 D20 OM604 D22
Motorcodes 604.915, 604.917 604.910, 604.912
Hubraum 1.997 cm³ 2.155 cm³
Bohrung × Hub 87,0 × 84,0 mm 89,0 × 86,6 mm
Verdichtungsverhältnis 22,0:1 22,0:1
Bauart Reihenvierzylinder Reihenvierzylinder
Zylinderkopf DOHC, 16 Ventile DOHC, 16 Ventile
Nockenwellenantrieb Zweireihige Rollenkette Zweireihige Rollenkette
Einspritzung Indirekt, Lucas-EPIC-Verteilereinspritzpumpe Indirekt, Lucas-EPIC-Verteilereinspritzpumpe
Aufladung Ohne Aufladung Ohne Aufladung
Nennleistung (Serienversion) 65 kW (88 PS) bei 5.000 U/min 70 kW (95 PS) bei 5.000 U/min
Nenndrehmoment (Serienversion) 135 Nm bei 2.000–4.650 U/min 150 Nm bei 3.100–4.500 U/min

Mercedes-Benz führt außerdem eine D22-Taxiversion mit 55 kW (75 PS) für spätere C 220 Diesel und E 220 Diesel auf. Der Hersteller beschreibt genau diese Ausführung als für Pflanzenölmethylester geeignet. Weder diese Kraftstofffreigabe noch ein nicht bestätigter Drehmomentwert dürfen auf den normalen 70-kW-Motor übertragen werden. Maßgeblich ist die Leistung des konkreten Fahrzeugs.

Motorcodes und serienmäßige Fahrzeuganwendungen

Für C-Klasse und E-Klasse verwendete Mercedes-Benz verschiedene OM604-Endnummern. Die motorspezifischen Werkstattunterlagen ordnen die Varianten eindeutiger zu als zwei widersprüchliche Einträge des historischen Fahrzeugarchivs.

Modell Baureihe / Typ OM604-Code Dokumentierter Fahrzeugzeitraum Leistung / Ausführung
C 220 Diesel Limousine W202 / 202.121 604.910 Aug. 1993–Mai 1999, nach getrennten Produktionsdatensätzen 70 kW Serie; ab Juni 1998 nur noch 55-kW-Taxiversion
C 220 Diesel T-Modell S202 / 202.182 604.910 Juni 1997–Mai 1999 70 kW Serie; ab Juni 1998 nur noch 55-kW-Taxiversion
C 200 Diesel Limousine W202 / 202.122 604.915 Apr. 1996–Juli 1998, nach getrennten Produktionsdatensätzen 65 kW
C 200 Diesel T-Modell S202 / 202.180 604.915 Juni 1997–Juni 1998 65 kW
E 220 Diesel Limousine W210 / 210.004 604.912 Mai 1995–Juni 1999 70 kW Serie; ab Juni 1998 nur noch 55-kW-Taxiversion
E 200 Diesel Limousine W210 / 210.003 604.917 Juni 1996–Juli 1998 65 kW

Die historischen Mercedes-Benz-Unterlagen kennzeichnen die D20-Ausführungen C 200 Diesel und E 200 Diesel als Exportversionen für Portugal. Daraus lässt sich keine identische Verfügbarkeit in sämtlichen europäischen Ländern ableiten.

Bei den späteren D22-Modellen muss anhand der Fahrzeugdaten zwischen der 55-kW-Taxiversion und der früheren 70-kW-Serienversion unterschieden werden. Die Modellbezeichnung allein reicht nicht aus.

Hinweis zur Zuordnung: Für den E 220 Diesel Typ 210.004 nennt das historische Mercedes-Archiv 604.910, die Mercedes-Werkstattunterlage GF07.03-P-3152H dagegen 604.912. Ebenso ordnet die Archivkarte des C 200 Diesel T-Modells dem Motor 604.915 fälschlich den Typ 202.182 zu. Die Werkstattzuordnung nennt 202.180 für C 200 Diesel T-Modell und 202.182 für C 220 Diesel T-Modell. Die Archivkarte bleibt für den Zeitraum Juni 1997–Juni 1998 nutzbar, nicht jedoch für diese Typnummer.

Die Zeiträume geben dokumentierte Fahrzeuganwendungen wieder, keinen unabhängig belegten Beginn und kein Ende der OM604-Motorfertigung. Frühe C 200 Diesel können einen anderen Motortyp besitzen; spätere CDI-Modelle gehören trotz gleicher Modellfamilie nicht hierher.

Mechanischer Aufbau und wartungsrelevante Besonderheiten

16-Ventil-Zylinderkopf und hydraulischer Ventilspielausgleich

Zwei obenliegende Nockenwellen betätigen beim OM604 vier Ventile je Zylinder. Damit lässt sich sein Zylinderkopf von früheren Mercedes-Dieselkonstruktionen unterscheiden.

Die Mercedes-Arbeitsanweisung AR05.00-P-2010HW schließt den OM604 bei der Prüfung hydraulischer Ventilspielausgleichselemente ausdrücklich ein. Wenn mehrere Elemente die Prüfung nicht bestehen, sind auch die Ölversorgungskanäle Gegenstand der Untersuchung. Die Existenz dieser Prüfvorschrift belegt jedoch keinen für den OM604 typischen oder vorhersehbaren Hydrostößelverschleiß. Maße für Nockenwellen, Schlepphebel und Ventilführungen müssen aus den Unterlagen der jeweiligen Motorvariante stammen.

Steuerkettenantrieb

Die Nockenwellen werden von einer zweireihigen Rollenkette angetrieben. Mit AR05.10-P-7601HA liegt eine entsprechende Mercedes-Arbeitsanweisung vor. Die Ölpumpe verfügt laut eigenen Serviceunterlagen über einen separaten Kettenantrieb. Beide Antriebe sind bei der Beurteilung von Geräuschen und früheren Reparaturen auseinanderzuhalten.

Eine Änderung der Steuerketten-Unterlagen vom 1. März 1996 beschreibt für das Kettenschloss den Übergang von einer beweglichen Mittellasche zu einer aufgepressten Mittellasche; verwiesen wird auf BT05.10-P-0001-01A. Da die Anweisung auch verwandte Mercedes-Diesel erfasst, handelt es sich nicht um eine OM604-exklusive Fehlermeldung. Das Datum kennzeichnet eine Dokumentenänderung, keinen bestätigten Motornummern-Stichtag in der Produktion. Bei Kettentausch oder bereits geöffneter Kette sind die richtige Verbindungsausführung und die zutreffende Arbeitsanweisung entscheidend.

Ein allgemeines Wechselintervall für die OM604-Steuerkette in Kilometern lässt sich aus den zitierten Mercedes-Unterlagen nicht ableiten. Kettenzustand und Reparaturvorgeschichte müssen anhand der passenden Servicevorgaben beurteilt werden.

Ölpumpenantrieb, Kühlung und Abgasnachbehandlung

Die Arbeitsanweisung AR18.10-P-2140HA zeigt den Ölpumpenkettenantrieb des OM604 und unterscheidet Reparaturvorgaben für die erste und zweite Ölpumpenausführung. Ein Produktionsstichtag und der technische Änderungsgrund sind nicht nachgewiesen. Deshalb ist dies eine Frage der Teile- und Verfahrenskompatibilität, kein Beleg für eine fehlerhafte ursprüngliche Pumpe.

Die dokumentierten Pkw-Motoren sind flüssigkeitsgekühlt; die jeweiligen Mercedes-Fahrzeugdaten nennen einen Oxidationskatalysator. Kühlmittelmenge und Abgasbauteile hängen von Einbauvariante und Markt ab. Eine in einem Modell vorhandene Abgasrückführung (AGR) oder andere Abgaskomponente darf nicht pauschal allen vier OM604-Varianten zugeschrieben werden.

Lucas-EPIC-Einspritzung: Funktionsweise und Fehlerdiagnose

Der wichtigste Unterschied bei der OM604-Wartung ist die elektronisch geregelte Lucas-EPIC-Verteilereinspritzpumpe. Sie dosiert und verteilt den Kraftstoff für die indirekte Einspritzung in die einzelnen Vorkammern. Trotz elektronischer Regelung handelt es sich nicht um Common Rail. Raildrucksensoren, Injektorcodierungen und CDI-spezifische Fehlerbeschreibungen sind daher nicht ohne Weiteres übertragbar.

Mercedes-Unterlagen zur Kraftstoffanlage führen unter anderem Kurbelwellenpositions- und Kühlmitteltemperatursignale sowie einbauabhängige Fahrpedalgeber auf. Für einzelne Bauteile gelten Einschränkungen nach Baudatum. Ein früher W202 oder W210 darf deshalb nicht allein wegen des Motorkennbuchstabens mit einem späteren Schaltplan diagnostiziert werden. Der Kurbelwellensensor befindet sich laut Werkstattunterlagen oberhalb des Anlassers, in Fahrtrichtung links – ein hilfreicher Anhaltspunkt bei fehlendem oder zeitweise ausfallendem Drehzahlsignal.

Äußerer Kraftstoffverlust an der Lucas-Pumpe

Erfahrungsbericht Besitzer berichten von Kraftstoffundichtigkeiten an verschiedenen Stellen der Lucas-EPIC-Pumpe. Ein ausführlicher Motor-Talk-Reparaturbericht von 2006 betrifft einen E 220 Diesel Baujahr 1996 mit etwa 180.000 km. Der Verfasser fand nach eigenen Angaben Risse an einem Pumpengehäuse-Dichtelement, ersetzte Dichtungen und meldete nach rund 2.000 km keine erneute Undichtigkeit. In einer anderen Diskussion wird ein Leck am Wellendichtring beschrieben.

Undichtigkeiten an Gehäusefugen und Wellendichtringen erfordern unterschiedliche Prüf- und Reparaturmaßnahmen. Sowohl der genannte Kilometerstand als auch das kurzfristige Reparaturergebnis sind Einzelfallangaben. Eine spätere Wiedergabe des Berichts von 2006 zählt nicht als zweiter unabhängiger Fall.

Bei einer nassen Einspritzpumpe ist zunächst festzustellen, wo der Diesel tatsächlich austritt. Gehäusedichtung und Wellendichtring können einen unterschiedlichen Reparaturumfang bedeuten. Der Dichtungstausch ist keine nachgewiesene Abhilfe für eine EDC-Warnung, solange diese nicht auf die Leckage zurückgeführt wurde.

Diesel an den Einspritzdüsen: Leckölleitungen prüfen

Dieselansammlungen um die Düsenhalter bedeuten nicht zwangsläufig defekte Einspritzdüsen. Auch die kleinen Leckölleitungen und ihre Anschlüsse kommen als Leckstellen infrage. Hierfür liegt eine Mercedes-Produktionsänderung vor; die Unterscheidung beruht also nicht allein auf Forumsberichten.

Dokumentierte Konstruktionsänderung

Verbesserte Befestigung der Leckölleitungen an den Düsenhaltern

Mercedes-Dokument
BT07.03-P-0002-01B
Änderung
Hellfarbige Leckölleitung mit verbesserter Befestigung am Düsenhalter
Datierter Übergang
1. Oktober 1995 für die genannten Motornummernreihen .910 und .912
Weitere Varianten
.915 und .917 ebenfalls aufgeführt, aber ohne gesondertes Produktionsdatum
Nachweis
Mercedes-Werkstattdokument, auf einer Drittseite wiedergegeben
OM604-Variante Mercedes-Getriebekennzahl Motornummer ab Dokumentiertes Datum
604.910 0 063940 01.10.1995
604.910 2 012877 01.10.1995
604.912 0 004307 01.10.1995
604.912 2 001098 01.10.1995
604.915 Nicht angegeben 000000 im Dokument Kein gesondertes Datum
604.917 Nicht angegeben 000000 im Dokument Kein gesondertes Datum

Die Kennzahlen 0 und 2 stammen aus der Getriebespalte des Mercedes-Dokuments; konkrete Getriebebezeichnungen sind daraus nicht belegt. Für .915 und .917 ist zu 000000 kein eigenes Datum genannt. Beim Teilekauf Motornummer und verbaute Schlauchausführung abgleichen.

Erfahrungsbericht Im Juli 2026 meldete der Besitzer eines W210 E 220 Diesel bei 117.000 km Dieselansammlungen an allen vier Düsenpositionen. Andere Teilnehmer empfahlen, die Leckölleitungen zu prüfen. Weder die tatsächliche Leckstelle noch das Reparaturergebnis wurden abschließend geklärt. Das Beispiel zeigt eine mögliche Fehldiagnose, keinen bestätigten Düsen- oder Schlauchdefekt bei diesem Kilometerstand.

EDC-Warnleuchte, Motorabsterben und Sensorkabel

Eine leuchtende EDC-Kontrolllampe beweist für sich genommen keinen Defekt der Lucas-Pumpe. Die Einspritzregelung benötigt elektronische Eingangssignale; die Mercedes-Werkstattunterlagen behandeln den Kurbelwellensensor gesondert.

Erfahrungsbericht In einer W202-Club-Diskussion von 2013 berichtete ein Besitzer eines W210 E 220 Diesel von 1995 mit OM604.912 über zeitweises Absterben des Motors, Startschwierigkeiten, eine EDC-Warnung und den Code P1227. Nach verschiedenen Verdachtsdiagnosen meldete er, dass der Austausch der Leitung zwischen Steuergerät und Kurbelwellensensor den Fehler beseitigt habe.

Dies ist ein einzelner Reparaturbericht, weder die offizielle Mercedes-Definition von P1227 noch ein Nachweis für häufige Kabeldefekte. Bei EDC-bedingtem Absterben sollten Drehzahlsignal und Verkabelung anhand des fahrzeugspezifischen Schaltplans geprüft werden, bevor die Pumpe als defekt gilt. Falsche Kraftstoffdosierung, Signalausfall und äußerer Pumpenverlust sind verschiedene Fehlerbilder.

Luft in der Kraftstoffleitung und Startschwierigkeiten

In einer weiteren Diskussion schilderte ein C-220-Diesel-Besitzer (Baujahr 1998) Luftblasen in Kraftstoffleitungen und unregelmäßiges Startverhalten. Es wurden mehrere Komponenten geprüft beziehungsweise diskutiert, ohne die Ursache abschließend zu belegen. Lufteintritt, undichte Pumpendichtungen und elektrische EDC-Fehler sind deshalb getrennt zu untersuchen.

Fehlersuche nach Symptomen

Beobachteter Zustand Zuerst klären Bedeutung für die Reparatur
Dieselansammlung an Düsenhaltern Undichtigkeit an Leckölleitung, Anschluss oder einem anderen Bauteil im Düsenbereich lokalisieren. Diesel am Düsenhalter belegt keinen Düsendefekt; Mercedes verbesserte die Schlauchbefestigung.
Lucas-EPIC-Pumpe ist nass Austritt an Gehäusedichtung, Wellenbereich oder angeschlossener Kraftstoffleitung bestimmen. Je nach Leckstelle unterscheidet sich die Reparatur; Forumsberichte sind keine allgemeinen Arbeitsanweisungen.
EDC-Warnung, Motorabsterben oder Startausfall Fehlerspeicher und korrekten ECU-/Sensorschaltplan einschließlich Kurbelwellendrehzahlsignal prüfen. Bei einem OM604.912-Fall half laut Besitzer eine Kabelreparatur statt eines Pumpentauschs.
Auffällige Vorglühkontrolllampe FBS3-Anwendbarkeit prüfen und vorgesehene Diagnose des Vorglühsteuergeräts durchführen. Die Mercedes-Anweisung sieht eine bedingte Maßnahme vor, keinen generellen Steuergerätetausch.
Luftblasen in Leitungen bei schlechtem Start Vor einer Pumpendiagnose Eintrittsstelle der Luft im Kraftstoffzulauf ermitteln. Im bekannten C-220-Diesel-Fall blieb die Ursache offen.

Für Lager, Kolben, Zylinderlaufbahnen oder Zylinderkopfdichtung ist anhand der angeführten Belege kein wiederkehrender OM604-spezifischer Schadensmechanismus nachgewiesen.

Vorglühanlage, Fehlercodes und Mercedes-Serviceinformationen

Die Mercedes-Serviceinformation AF15.20-P-2100B vom 25. Mai 1999 behandelt bestimmte Auffälligkeiten der Vorglühkontrollleuchte und den bedingten Austausch des Vorglühsteuergeräts. Sie gilt unter anderem für festgelegte W202/W210-Dieselfahrzeuge mit FBS3 und Motoren der OM604.91-Gruppe. In diesem Zusammenhang wird P1482 genannt.

Das Dokument nennt die Teilenummern 019 545 68 32 und 025 545 28 32. Daraus folgt weder, dass jeder OM604 beide Geräte verwendet, noch dass das zweite Teil bei jedem Baujahr der universelle Nachfolger ist. Die Angabe „4 Zylinder“ bezeichnet die für Vierzylindermotoren bestimmte Steuereinheit, nicht ein eigenes Steuergerät für Zylinder vier.

Kennung Belegter Zusammenhang Einschränkung
P1482 Mercedes-Vorglüh-Serviceinformation AF15.20-P-2100B Keine universelle Fehlercodedefinition für alle OM604-Steuergeräte ableiten
P1227 Code, den ein OM604.912-Besitzer bei einem EDC-Ausfall gemeldet hat Nur Besitzerbericht; offizielle Mercedes-Definition nicht bestätigt

Schlauch-Produktionsänderung, Steuerkettenanweisung, Hydrostößel-Prüfung und Vorglüh-Serviceinformation haben unterschiedliche Funktionen. Eine Reparaturanweisung ist kein Rückruf, eine Änderung kein Nachweis eines Serienfehlers. Ein OM604-spezifischer Sicherheitsrückruf, eine Garantieverlängerung oder ein Gerichtsurteil wurde anhand der vorliegenden Unterlagen nicht bestätigt. Für einzelne Fahrzeuge Rückrufe anhand der FIN und des Landes prüfen.

Motoröl, Kühlmittel und Wartungsangaben

Öl- und Kühlmittelmengen hängen von Fahrzeug, OM604-Endnummer, Bauzeit und Einbausituation ab. Die nachstehenden Werte stammen aus modellbezogenen Anbieterlisten, nicht aus einem verifizierten allgemeingültigen Mercedes-Wartungsplan.

Öl- und Kühlmittelservice

Kroon-Oil nennt für den W202 C 220 Diesel/OM604.910 6,5 Liter Motoröl und einen Wechsel nach 15.000 km oder 12 Monaten. Weitere Zubehörkataloge nennen 6,5 Liter für einzelne W210 E 220 Diesel. Diese Mengen dürfen nicht auf andere OM604-Ausführungen übertragen werden.

Für den W202 C 200 Diesel/OM604.915 widersprechen sich Sekundärquellen mit 6,5 bzw. 7,5 Litern. Vor dem Ölwechsel ist die originale fahrzeugspezifische Mercedes-Füllmengentabelle heranzuziehen.

Derselbe Kroon-Oil-Eintrag nennt für den gewählten C 220 Diesel ungefähr 7 Liter Kühlmittel und einen Wechselintervall von 36 Monaten. Je nach Kühlanlage können sich Füllmengen unterscheiden. Ölfreigabe, Viskosität, Kühlmittelvorgaben, erschwerte Einsatzbedingungen und Kraftstofffilterintervalle sind im passenden Fahrzeug-Wartungsheft zu prüfen.

Steuerkette, Ventiltrieb und Kraftstoffanlage

Mercedes beschreibt Prüf- und Reparaturverfahren für Steuerkette, hydraulischen Ventilspielausgleich und Ölpumpenkette einschließlich bauteilabhängiger Unterschiede. Aus dem hydraulischen Ausgleich lässt sich kein regelmäßiges manuelles Ventilspiel-Einstellintervall ableiten.

Für Arbeiten an Lucas-EPIC-Pumpe, Düsenleitungen und Steuertrieb sind die einschlägigen Werkstattanweisungen erforderlich. Forumsberichte zum Abdichten ersetzen keine verbindlichen Montage- oder Einstelldaten. Ein nachträglicher Umbau auf eine andere Einspritzpumpe ist ein Umbau und keine werkseitige OM604-Variante.

OM604-Gebrauchtwagen: Was vor dem Kauf zu prüfen ist

Bei der Begutachtung ist vor allem zwischen einer klar eingrenzbaren Reparatur und einem nicht geklärten Einspritzproblem zu unterscheiden. Die folgende Liste orientiert sich an den konkreten Serviceunterlagen und Besitzerfällen.

  • Motorendnummer und Baumuster bestimmen. .910 und .912 sowie .915 und .917 unterscheiden; beim D22 prüfen, ob die spätere 55-kW-Taxiversion vorliegt.
  • Lucas-EPIC-Pumpe auf äußere Dieselleckagen untersuchen. Austritt am Gehäuse, an einem Wellendichtring oder an angeschlossenen Leitungen unterscheiden, statt von einem einheitlichen Dichtungsdefekt auszugehen.
  • Leckölleitungen und Düsenanschlüsse prüfen. Diesel um die Düsen bedeutet nicht automatisch defekte Düsen. Die Produktionsänderung bei der Teilezuordnung berücksichtigen.
  • EDC-Warnungen, Aussetzer und Fehlerspeicher prüfen. Vor einer kostspieligen Pumpendiagnose Kurbelwellensensor und Verkabelung anhand des passenden Baujahrs einbeziehen.
  • Vorglühprobleme nach Ausstattungsvariante beurteilen. Die FBS3-Serviceinformation gilt nicht für jedes Fahrzeug; eine Lampenauffälligkeit belegt keinen grundsätzlich nötigen Steuergerätetausch.
  • Frühere Reparaturen an Pumpe und Kettenantrieben prüfen. Verbautes Kettenschloss, Ölpumpenversion und Pumpenteile feststellen; eine neue Serviceausführung ist kein Beleg für einen früheren Serienfehler.
  • Wartungsbelege mit dem ursprünglichen Fahrzeugplan abgleichen. Ölzulassung und Füllmenge kontrollieren, nicht pauschal den OM604-Wert eines anderen Modells übernehmen.

OM604-Zuverlässigkeit: Was lässt sich tatsächlich sagen?

Der stärkste werksseitige Befund betrifft die verbesserte Befestigung der Leckölleitungen. Besitzerberichte beschreiben daneben gesonderte Lucas-EPIC-Leckagen und elektrische Diagnosefälle. Daraus lassen sich weder eine Ausfallquote noch ein typischer Schadenskilometerstand ableiten.

Für einen konkreten OM604 zählt vor allem die korrekte Motor- und Leistungsausführung, die genaue Lokalisierung einer Dieselleckage sowie die Prüfung von EDC- und Vorglühfehlern vor dem Teiletausch.

Quellen und technische Dokumentation

Praxisberichte aus Foren

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